Ben Harding ist Country Leader für Großbritannien und Leiter Transformation, Strategy & Culture für Mobile Water and Integrated Services, Europe bei Veolia. Mit über 25 Jahren Branchenerfahrung leitet er derzeit eine strategische Ausrichtung der technischen Schulungsangebote in ganz Europa, insbesondere im Life-Sciences-Sektor. In diesem Artikel beschreibt Ben seine Vision, wie praxisorientiertes, erfahrungsbasiertes Lernen die Kompetenzentwicklung transformiert und operative Exzellenz in einer Branche fördert, in der technische Kompetenz direkten Einfluss auf Produktqualität und Patientensicherheit hat.
In der Wasseraufbereitung der Life-Sciences-Branche, wo die Systemzuverlässigkeit direkten Einfluss auf Produktqualität und Patientensicherheit hat, ist technische Kompetenz nicht nur ein Vorteil, sondern eine Notwendigkeit. Durch meine Arbeit zur Ausrichtung technischer Schulungsangebote in ganz Europa habe ich aus erster Hand erfahren, wie der richtige Schulungsansatz die operative Leistungsfähigkeit steigern kann. Im Zentrum dieser Bemühungen steht unser Life Science Centre of Excellence, eine Einrichtung, die die Lücke zwischen theoretischem Wissen und praktischer operativer Kompetenz schließt.
Die Herausforderung ist klar: Wir müssen sicherstellen, dass unsere Schulungsangebote den sich wandelnden Bedürfnissen unserer Kunden und dem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld gerecht werden. Dies erfordert, über traditionelle Ansätze hinauszugehen und etwas grundlegend Neues zu schaffen.
Wir bilden Problemlöser aus, nicht nur Systembediener
Unsere Vision für das Life Science Centre of Excellence geht über traditionelle Schulungen hinaus. Wir vermitteln nicht nur Systemfunktionen, sondern bilden Problemlöser aus, die Herausforderungen antizipieren, die Leistung optimieren und kontinuierliche Verbesserungen vorantreiben können. Jeder Teilnehmer soll nicht nur Wissen erwerben, sondern auch das Selbstvertrauen und die Kompetenz, die Wasseraufbereitungsanlagen seiner Kunden sofort zu verbessern.
Dieser Ansatz begegnet drei zentralen Herausforderungen der Branche: dem Ausscheiden erfahrener Fachkräfte und dem damit verbundenen Verlust institutionellen Wissens, immer komplexeren regulatorischen Anforderungen und dem rasanten technologischen Fortschritt. Das Zentrum ermöglicht es uns, Expertenwissen durch strukturierte Schulungen zu erfassen und weiterzugeben, Compliance in jedes Modul zu integrieren und modernste Einrichtungen bereitzustellen, die den neuesten Technologien entsprechen.
Praxisorientiertes Lernen als Grundlage
Herkömmliche Schulungen im Klassenzimmer führen oft zu einer Kluft zwischen Lernen und Anwenden. Wir haben dieses Modell umgekehrt: Praxiserfahrung ist die Basis, nicht der nachträgliche Gedanke. Unsere Einrichtung verfügt über voll funktionsfähige Systeme, in denen die Teilnehmenden realistische Szenarien durchspielen – sie beheben tatsächliche Probleme, führen Wartungsarbeiten durch und treffen operative Entscheidungen in Echtzeit. Die Theorie begleitet die Schulung, aber das Lernen wird durch die Praxis verankert. Dieser Ansatz verbessert sowohl die Merkfähigkeit als auch die Anwendung deutlich.
Doch warum ist dieser erfahrungsorientierte Ansatz so wichtig? Wasseraufbereitungssysteme sind dynamisch, vernetzt und verzeihen in Anwendungen der Biowissenschaften keine Fehler. Man kann das Systemverhalten nicht wirklich verstehen, Frühwarnzeichen nicht erkennen und keine Intuition für die Fehlerbehebung entwickeln, indem man nur ein Handbuch oder eine Präsentation liest. Praxisorientiertes Lernen hilft den Teilnehmenden zu verstehen, wie ein normaler Zustand aussieht, sich anhört und sich sogar anfühlt. Wenn bei einem Kunden vor Ort etwas schiefgeht, ermöglicht diese praktische Grundlage schnellere und sicherere Reaktionen.
In einer Branche, in der die Wasserqualität direkten Einfluss auf die Produktqualität und die Patientensicherheit hat, ist diese Fähigkeit unverzichtbar.
Drei Faktoren für maximale Wirkung
Was macht die Lernerfahrung im Centre so besonders wirkungsvoll für Ingenieure, Bediener und technische Teams? Drei Faktoren stechen besonders hervor:
Relevanz: Jede Übung spiegelt die Herausforderungen wider, denen unsere Teilnehmer täglich begegnen. Wir entwickeln bewusst Szenarien, die die Komplexität realer Betriebsabläufe verdeutlichen – nicht nur die vermeintlich einfache Funktionsweise von Systemen, sondern auch Fehlersuche, Ursachenanalyse und Entscheidungsfindung unter realistischen Bedingungen.
Praxisnahe Erfahrung: Die immersive Lernumgebung mit realen Geräten unter realistischen Bedingungen fördert die Intuition, die im Klassenzimmer allein nicht vermittelt werden kann. Wir integrieren außerdem Fallstudien aus realen Industrievorfällen, um den Teilnehmern zu helfen, theoretische Prinzipien mit konkreten Ergebnissen und Konsequenzen zu verknüpfen.
Lernen in Gruppen: Unser gruppenbasierter Ansatz schafft eine Gemeinschaft von Fachleuten aus verschiedenen Teams und Ländern und fördert so den Wissensaustausch und die Vernetzung, die weit über die Schulung hinausgehen.
Aufbau langfristiger Kompetenzen
Die Wirkung des Centres geht über das Verständnis spezifischer Systeme hinaus. Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung von Kernkompetenzen: kritisches Denken, Problemlösungsmethoden und kontinuierliche Verbesserung. Die Teilnehmenden werden zwar in spezifischen Technologien geschult, die zugrunde liegenden Prinzipien und Ansätze sind jedoch breit anwendbar.
Wir bieten progressive Lernpfade von den Grundlagen bis hin zu fortgeschrittenen und spezialisierten Kursen sowie wachsende Train-the-Trainer-Programme, die den internen Kompetenzaufbau fördern. Unser Ziel ist es, selbstständige Teams zu schaffen, die sich an die Weiterentwicklung von Technologien und Anforderungen anpassen können.
Tatsächlich berichten unsere Kunden von messbaren Verbesserungen in verschiedenen Bereichen:
- Reduzierte ungeplante Ausfallzeiten durch bessere vorbeugende Wartung und schnellere Problemlösung
- Gesteigerte betriebliche Effizienz durch optimierte Systemleistung
- Gesteigertes Vertrauen der Teams in die Fähigkeit, komplexe Situationen selbstständig zu bewältigen, wodurch die Abhängigkeit von externer Unterstützung verringert und die Reaktionszeiten verkürzt werden
Vorbereitung auf die Zukunft
Mit Blick auf die Zukunft werden in den nächsten 5–10 Jahren mehrere Kompetenzen für Fachkräfte in der Wasseraufbereitung der Life Sciences unerlässlich sein:
Digitale Kompetenz wird von zentraler Bedeutung sein – das Verständnis von Datenanalysen, vorausschauenden Wartungsmustern und automatisierten Steuerungssystemen. Nachhaltigkeitsexpertise wird zunehmend wichtiger, da Unternehmen die Anforderungen an die Wasserqualität mit ihrer Umweltverantwortung in Einklang bringen müssen. Schließlich bedeutet das Tempo des technologischen und regulatorischen Wandels, dass kontinuierliches Lernen nicht mehr optional, sondern eine Kernkompetenz ist.
Brachenstandarts anheben
Das Life Science Centre of Excellence erfüllt zwei Zwecke: Es dient als Schulungszentrum und gleichzeitig als Showroom für Schlüsseltechnologien im Life-Sciences-Sektor, der Kunden und der Branche gleichermaßen zugänglich ist. Wir engagieren uns aktiv in branchenweiten Arbeitsgruppen und der Normenentwicklung, um sicherzustellen, dass unsere Schulungen Best Practices widerspiegeln und diese weiter vorantreiben.
In Zusammenarbeit mit Kunden, Systemintegratoren und Branchenverbänden bleiben wir den sich wandelnden Anforderungen stets einen Schritt voraus. Durch die Schulung von Fachkräften aus der gesamten Branche schaffen wir eine gemeinsame Sprache und einen gemeinsamen Kompetenzstandard, der die gesamte Branche voranbringt. Dank unserer Vordenkerrolle, technischer Foren und des branchenweiten Wissensaustauschs wirkt unser Zentrum weit über unsere Schulungsräume hinaus.
Weiterbildung als strategische Investition
Wenn ich den Lesern eine Botschaft mitgeben möchte, dann diese: Weiterbildung ist keine Kostenfrage – sie ist eine strategische Investition in operative Exzellenz, Risikominimierung und Wettbewerbsvorteile. In der Wasseraufbereitung für die Life-Sciences-Branche, wo es um Produktqualität, Patientensicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften geht, stellt sich nicht die Frage, ob man sich Investitionen in Weiterbildung leisten kann, sondern ob man es sich leisten kann, darauf zu verzichten.
Die erfolgreichsten Unternehmen wissen, dass ihre Mitarbeiter ihr wertvollstes Kapital sind und dass die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten einen Ertrag bringt, der die Investition bei Weitem übersteigt. Im Life Science Centre of Excellence setzen wir uns dafür ein, diese Investition so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten – durch den Aufbau der technischen Kompetenzen, die Zuverlässigkeit, Compliance und operative Exzellenz im gesamten Bereich der Wasseraufbereitung für die Life-Sciences-Branche vorantreiben.